Deutsche Gesetze und thailändische Freiheitsliebe gleichzeitig geht nichtNeben den Deutschkursen bietet ASA e.V. samstags Thaikurse an. Daran teil nehmen Mischlingskinder, die mit thailändischer Mutter und deutschem Vater in München leben. Die andere Zielgruppe sind deutsche Männer, die eine thailändische Frau haben und mit ihr besser kommunizieren möchten. Auch die Kursleiterinnen bei ASA e.V. sind mit Deutschen verheiratet.
Duangta Bartz ist seit 30 Jahren in Deutschland und promovierte in Biologie an der Universität Bielefeld.
Sie Lehrkraft und Vorsitzende bei ASA und Mutter von zwei Kindern.
Den Gedanken, gerne nach Thailand zurückzugehen, hatte sie früher oft. Für ihren Mann haben sie aber keine Arbeit in Thailand gefunden.
Inzwischen habe sie kein Heimweh mehr. „Wenn ich bei ASA bin, merke ich gar nicht, dass ich nicht in Thailand bin. Alles hier ist wie dort: wir reden Thai, wir essen die ganze Zeit und wir reden die ganze Zeit übers Essen.
Eben nicht Deutsch, sondern richtig Thai.“ Auch wenn ein bisschen thailändisches Lebensgefühl im Alltag gut tut - auf die deutsche Pünktlichkeit und Ordnung
will Keine verzichten.
Einstimmig bestätigen mir alle Lehrerinnen, dass sie das deutsche Gesetzsystem und den hohen Lebensstandard sehr schätzen.
Aber andererseits, würden die vielen Regeln den Alltag starr machen und die Leute teilweise herzlos, „denn alles muss einen Grund haben und schlau durchdacht sein.
So geht die Spontanität und Lust verloren“, erzählt mir Lehrkraft Ariya Hechenberger.
Den letzten Lebensabschnitt möchten die Dozentinnen auf jeden Fall wieder in Thailand verbringen, da wo ihre Wurzeln seien. Von der kleinen Rente, die sie hier in Deutschland erhielten, könnten sie in Thailand gut leben.
Über 80% der in Deutschland lebenden Thais sind laut Frau Bartz Frauen.
Weil ASA als Bildungsträger anerkannt ist, zahlen sie nur einen Euro pro Kursstunde, das thailändische Bildungsministerium (BAMF) übernimmt den Rest der Kosten.
Frau Bartz erklärt: „Thais sind scheu. Wenn sie etwas nicht verstehen, fragen sie nicht nach, sondern nicken nur und lächeln.
Nach 100 Stunden Deutschkurs haben sie nichts gelernt und bestehen die Prüfung nicht.“
Frau Bartz und ihre Kolleginnen bieten die Alphabetisierungskurse an, weil sie sich wünschen, dass die Teilnehmerinnen den Unterrichtsstoff wirklich verstehen und die „Deutsch-für-Zuwanderer-Prüfung“ bestehen. Die größte Hürde beim Deutsch lernen sei die schwierige deutsche Grammatik. Sprechen könnten die meisten Kursteilnehmerinnen schon innerhalb von sechs Monaten, aber Lesen und Schreiben zu lernen sei ein mühsamer Weg.
meg


